Das habe ich so nicht gesagt

Am 6. und 7. Februar 2014 wurde ich als Leiter der Vernetzungsstelle Schulverpflegung (VNS) Saarland mehrfach bei Radio Salü und Classic Rock Radio in einem Beitrag zu Schulverpflegung zitiert. Die Zitate stammen aus einem Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin (Moma), das am 5. Februar live ausgestrahlt wurde. Dort wurde ich als Sprecher der Vernetzungsstellen Schulverpflegung interviewt. Ich begrüße es, dass Radio Salü über das Thema Schulverpflegung berichtet! Aber bitte nicht so. Denn leider wurde eine Aussage von mir in einen falschen Kontext gesetzt und eine weitere Aussage wurde mir in den Mund gelegt.

Der falsche Kontext

Radio Salü:

[…] Im Saarland ist Christoph Bier dafür zuständig und er hat in puncto Essensqualität Bauchschmerzen, auch ohne Gammelschnitzel.

Christoph Bier:

Wir können schon sagen, dass das Essen im Schnitt in Deutschland zu günstig ist, zu Preisen abgegeben wird, dass die Unternehmen kaum betriebswirtschaftlich gesund wirtschaften können.

Ich mache hier also keine Aussage darüber, dass ich aufgrund niedriger Preise Bauchschmerzen mit der (ernährungsphysiologischen) Qualität der abgegebenen Speisen habe! Tatsächlich wird dieser direkte Zusammenhang in der saarländischen Schulverpflegung auch nicht beobachtet. Speisenanbieter sparen vermutlich eher am Lohn ihrer Mitarbeiter und/oder bilden keine Rücklagen, mit denen sie später Investitionen tätigen zu könnten. Hier können sie einfacher sparen als bei den Wareneinstandskosten. Daher spreche ich von »betriebswirtschaftlich gesund wirtschaften«. Die ursprüngliche Frage im Moma (bei 0:40) bezog sich im Übrigen auf den notwendigen Preis, um ein sensorisch attraktives und gesundheitsförderliches Essen anbieten zu können:

Dunja Hayali:

Wie günstig kann denn ein Essen sein, das dann immer noch schmeckt und gesund ist?

Bevor dann das obige Zitat von mir kommt (bei 1:14), sage ich noch einiges mehr zu dem Thema Preisgestaltung.

In den Mund gelegt

Radio Salü:

Die Vernetzungsstelle Schulverpflegung sitzt hier in der Saarbrücker City und dort weiß man, bis Politiker was tun, ist auch das letzte Stück Fleisch auch mal locker grün angelaufen.

Durch die Formulierung entsteht der Eindruck, die VNS beziehungsweise ich habe eine solche Aussage getätigt. Dies ist nicht der Fall! Es kann sich ja jeder das Interview im Moma ansehen. Zu keinem Zeitpunkt mache ich eine Aussage, die in diese Richtung geht.

So nicht!

Während das in den falschen Kontext gesetzte Zitat noch in gewisser Weise nachvollziehbar ist, da der Zusammenhang zwischen ernährungsphysiologischer Qualität und Preis bei oberflächlicher Betrachtung naheliegt, finde ich die Aussage, die der VNS beziehungsweise mir in den Mund gelegt wird, empörend. Ich habe mich in diese Richtung in keinster Weise geäußert.

Gemeinsam mit meinem Arbeitgeber, der LandesArbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e. V., habe ich ein Schreiben an Radio Salü aufgesetzt mit der Bitte um Richtigstellung. Ich bin gespannt, wie sie darauf reagieren.

Update: Im März hat sich der zuständige Redakteur von Radio Salü bei uns gemeldet, um sein Bedauern über die Berichterstattung auszudrücken.

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